Donnerstag, 3. Mai 2012

Ausländer...

Ich bin an meinem Wohnort ein Ausländer. Schon wieder. Als Kind erkannte man mich als solcher auf den ersten Blick: Blonde Haare und große Augen fallen in Asien sofort auf.


Hier in Österreich falle ich durch meine Aussprache sofort auf. Ich spreche Deutsch ohne ausgeprägten Dialekt.

Das ist unangenehm, denn "die Deutschen" sind nicht sonderlich beliebt. Nicht hier in Österreich und auch nicht in der nur 2km entfernten Schweiz. (und wo sonst noch nicht, ist ein anderes Thema)
Warum? Die Deutschen machen sich über all breit. Es sind einfach zu viele. Und dann dieses arrogante Hochdeutsch! Naja und überhaupt: Deutsche sind forsch, überheblich, besserwisserisch, dominant... einfach bäh! Ja? Echt? Es werden alle Klischees und Vorurteile hervor geholt, die man so üblicherweise hört. Und natürlich weiß ich, dass das nicht auf ALLE zutrifft.

Es ist schon erstaunlich: Jede andere Sprache dieser Welt kann ich lernen und kein Mensch stört sich daran, dass ich möglichweise eine deutsche Aussprache/einen deutschen Akzent habe. Keiner schließt allein daraus auf meinen Charakter. Hier aber, mit hier meine ich Österreich und Schweiz, ist das manchmal anders. Idealerweise sollte ich den hiesigen Dialekt lernen und damit unter Beweis stellen, dass ich eben nicht arrogant (und siehe oben) bin. Würde das wirklich etwas ändern? So ganz sicher bin ich da nicht.

Hmm...warum mache ich das nicht? Ich bin einigermaßen Sprachbegabt... Das fängt damit an, dass ich nicht wüsste wo und welchen Dialekt, denn jeder Ort hat seinen eigenen.  Darüber hinaus finde ich es peinlich und anbiedernd, wenn jemand krampfhaft versucht einen Dialekt zu sprechen, der nicht echt ist. Denn ich glaube nicht, dass man wirklich seine Aussprache ändern kann, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. (Und wenn, dann dauert das Jahre und nicht einen Sprachkurs lang.) Wie gesagt: wenn ich italienisch oder spanisch lerne ist das ja auch kein Thema. ;-)

Ja und mich ärgern diese Vorurteile! Als Kind fand ich das schon total ungerecht, dass manche Kinder nicht mit mit mir, dem Nazi-Kind, spielen durften und auch jetzt finde ich es ungerecht, wenn man mir NUR aufgrund meiner Aussprache jede Menge Eigenschaften andichtet, die möglicherweise völlig falsch sind.

Wie komme ich auf all das? Ich fühle mich hier sehr wohl und der direkte Kontakt ist völlig unproblematisch. :-) Es beschäftigt mich immer wieder und das Auslandsjournal hatte das gestern als Thema: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1632512/Die-Schweiz-streitet-ueber-Zuwanderung

Man darf natürlich Österreich und die Schweiz sprachpolitisch nicht in einen Topf werfen, denn es gibt doch einige Unterschiede: In Österreich sind die Radioprogramme, Nachrichten etc. nicht im Dialekt und die Unterrichtssprache an den Schulen ist Hochdeutsch. Das will ich nicht bewerten, sondern einfach nur sagen.

Google says: Here in Austria I fall by my pronunciation immediately. I speak German without any particular dialect.
This is unpleasant, because "the Germans" are not very popular. Not here in Austria and not only 2km away in Switzerland. (And where else do not is another issue)
Why? The Germans are spreading all over. There are just too many. And then this arrogant High German! Well, and in general: are German research, arrogant, a know-dominant ... Simply bah! Yes? Really? There are all stereotypes and prejudices brought out that we can hear normally. And of course I know that does not apply to ALL.
It is quite astonishing: every other language I can learn this world and no one is bothered by the fact that I can as a German pronunciation / have a German accent. Nobody does it alone on my character. But here, I mean here with Austria and Switzerland, which is sometimes different. Ideally I should learn the local dialect and thus provide proof that I'm just not arrogant (and see above). Would that really change anything? I'm not so sure there.
Hmm ... why do I do that? I am somewhat gifted voice ... It starts with the fact that I do not know where and what dialect, because every place has its own. In addition, I find it embarrassing and chumming, when someone is trying desperately to speak a dialect that is not real. Because I do not think you can really change its pronunciation when you reach a certain age. (And if so, then the years and does not take a language course in length.) As I said when I am learning Italian or Spanish that's not an issue. ;-)
Yes, and I resent these stereotypes!
As a child I thought it was already totally unfair that some children could not play with me, the Nazi child, and even now I think it's unfair to me because of my accent ONLY ascribes a lot of properties that may be completely wrong.
How do I get to all of this? I feel very comfortable here and the direct contact is never a problem. :-) I am always busy and the Auslandsjournal had it yesterday as a theme: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1632512/Die-Schweiz-streitet-ueber-Zuwanderung 
One may of course politically speaking Austria and Switzerland do not throw in a pot, because there are some differences: In Austria, the radio programs, news, etc. is not in the dialect and the language of instruction in schools High German. I will not judge, but simply say.

 

Kommentare:

  1. Sali Smila

    Nicht alle Schweizer denken so!

    Schöne Grüsse - ZiZi

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    1. Ich weiß! :-) Wir haben SEHR nette Kontakte sowohl hier in Vorarlberg als auch in der Schweiz. Aber es ist immer wieder ein Thema.

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  2. Ich kann Dich verstehen. Freunde von mir sind vor einigen Jahren in die Schweiz gezogen. WEHE, Du machst den Dialekt nach, SOWAS steht einem Deutschen nicht zu! Schade, dass das so ist, ich dachte Österreich und Schweiz hätten aus "unseren" Fehlern gelernt...
    nachdenkliche Grüße
    Michaela

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  3. Das regt mich jetzt sehr zum Nachdenken an, einfach mal die andere Sicht der Dinge.
    Ich meine ja von mir ich bin nicht Ausländerfeindlich aber so ganz ohne Vorurteile dann wahrscheinlich leider doch nicht. Man fasst vieles anders auf als es gemeint ist... oder weiß zu wenig...
    Danke für den Stups.

    Liebe Grüße
    Silke

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  4. Ich lese es immer wieder in den Nachrichten (gerade gestern) und bin dann immer etwas erschrocken. Einerseits verstehe ich ein wenig die Österreicher und Schweizer, andererseits weis ich, sie sind ein total nettes Volk und immer höflich und zuvorkommend (wie wir es immer im Urlaub erleben) Aber das ist eben nur Urlaub.....
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir Deutschen dort wirklich stören oder gar etwas weg nehmen...?!
    Bekannte von mir sind vor Jahren in die Schweiz gezogen. Ich habe auch das Gefühl, dass sie noch nicht dort angekommen sind.....schade eigentlich !

    Nachdenkliche Grüße
    Sylvia

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  5. eigentlich mag ich ja das auslandsjournal sehr, aber wehe die schweizer werden angegriffen... *giggel

    nein, spass beiseite. es ist immer das gleich, es gibt 5 querulanten und 95 müssen dann darunter leiden, eegal um welches Volk bzw. Land es sich handelt. deshalb ist das für mich absolut kein Thema.

    und übrigens: in der schweiz sind die nachrichten auch nicht in dialekt und in der schule wird auch hochdeutsch unterrichtet.

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    1. Echt? In der Schule wird in Hochdeutsch unterrichtet? Dann verstehe ich das Ganze noch weniger. ;-)
      Vielleicht haben die grenznahen Radiosender eine andere Politik. Hier höre ich nur (schnell gegoogelt, damit ich´s nicht falsch schreibe) schwiizerdütsch.

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    2. schwyzertütsch kannst du schreiben wie du willst...da gibts keine rechtschreibung weil ja sowieso jeder anders redet.... :-)

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  6. Liebe Smila, ich kann so gut mit dir mitfühlen, und ich finde es wichtig und mutig, dass du darüber schreibst! Obwohl die Leute, denen es gut tun würde, einen Gedenkanstups zu bekommen, es hier wohl nicht lesen. :-/
    Ich als Finnin, die seit über 20 Jahren in Wien lebt, und einen angeblich eher Deutschen Akzent hat (weil ich es in Niedersachsen gelernt habe ;-)) bekomme manchmal fragen, wo ich dann herkomme. Mein finnischen Akzent ist für mich absolut unüberhörbar, aber manchmal meinen die Leute, sie dachten ich sei Deutsche. Und es ist keine Einbildung, wenn ich das Gefühl habe, sie wären "erleichtert", dass ich es nicht bin. Und es ärgert mich jedes mal. Einfach auch prinzipiell; alles was anders ist, ist nicht gut... Ob sich das je ändert. Ich will gar nicht meinen, dass alle Österreicher/Schweizer so sind - so wie auch nicht alle Deutsche so sind, wie gerade diese Österreicher/Schweizer es vielleicht leider erlebt haben - weil man sich leichter an das Schlechte erinnert... :-/
    Dabei wäre die Welt überhaupt zusammen so viel bunter und schöner!
    PS. Gerade die Leute, die "erleichtert" sind, wenn sie hören, dass ich nicht Deutsche bin, finden es auch nicht immer unbedingt so prickelnd, dass ich mit einem Tunesier verheiratet bin... Dann sind wir wiederschnell beim Thema, und dann bin ich auch nur ein Ausländer.

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  7. Das ist überall gleich. Jede Kultur ist mit Voruteilen/Klischees behaftet. Die Österreicher gelten als dümmlich, die Schweizer als geizig/raffgierig, die Amerikaner als grosskotzig, etc. Und das gilt innerhalb der Länder sogar noch unter den Dialekten. Norddeutsche belächeln Ostdeutsche, Kastilisch geht gar nicht als Katalane, Berner sind unglaublich langsam, die dickköpfigen Walliser versteht eh keiner und von den vier Sprachen in der Schweiz fängt man besser gar nicht an. (Deshalb ist Hochdeutsch übrigens auch in der Schweiz Unterrichts-, Nachrichten-, etc. -sprache.)

    Die Sprache ist das erste Merkmal, an dem man erkennt, woher man kommt. (Mal abgesehen von der Hautfarbe.) Und schwup, schon wird man schubladisiert. Und das geht den Schweizern nicht anders wie den Deutschen, Österreichern, Italienern, Chinesen, etc.

    Kommt man in Bedrängnis, fährt man die Krallen aus und schubladisiert leider im grossen Stil. Mit über 22% hat die Schweiz mit Abstand den höchsten Ausländeranteil Europas. Ist also nicht so, als ob sie keinen reinlassen würden. Das ist auf 8 Mio. Einwohner und die kleine bewohnbaren Fläche zwischen den Bergen beachtlich. Ich kann das Krallenausfahren deshalb ein wenig verstehen.

    Für mich zählt jedoch immer noch der persönliche Kontakt. Der Charakter einer einzelnen Person.

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  8. Oh, das Problem kenne ich, aber nicht im Ausland, sondern in Deutschland. Ich bin in Norddeutschland geboren und aufgewachsen und das hört man auch. Vor 20 Jahren bin ich nach Oberbayern gezogen und dort von meinen Kollegen oft sehr schief angeschaut worden. Da kamen wirklich Sprüche wie "Was wollt ihr denn alle hier?" Den Dialekt habe ich nicht angenommen, allerdings habe ich es mir auch verkniffen "Guten Tag" zu sagen ;o), lieber "Grüß Gott". Ich finde solche Anfeindungen gerade im deutschsprachigen Raum schrecklich, besonders wenn man selber aufgeschlossen ist und sich für andere Länder und Menschen interessiert.
    Den Bericht habe ich übrigens auch gesehen und an "meine" Schweizer gedacht, mit denen ich jeden Tage Blog-Kontakt habe. Das hat mich dann wieder beruhigt.
    Ganz liebe Grüße
    Kerstin

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  9. Ich bin Kanak -ich stehe dazu und ich bin deutsch und das sogar liebend gern!
    Es wäre schön, wenn jeder ab und an in den Spiegel gucken, sich an die eigene Nase langen würde! Leben und leben lassen und lieben und lieben lernen würde!
    Diskriminierung ist sehr traurig! Integration ist wichtig! ABER ich gebe auch zu, der der integriert werden soll, muß dazu bereit sein!
    Wir sind doch alle Kinder dieser einen WELT!=D
    Dicke Umarmung!
    sonia (die nur ein klein wenig fränkisch spricht!=D)

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  10. Du weißt, MEIN wunder Punkt. Dein Beitrag ist wieder mal so klar und präzise, und du bringst sicherlich viele zum Nachdenken - danke! Ich hoffe, ich durfte dich verlinken, ich musste einfach auch meinen höchst persönlichen Senf abgeben ;-)
    lg Petra

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  11. Das ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen, aber ich war auch immer nur als Tourist in Österreich und der Schweiz und das sehr gern.
    Wo mir diese Haltung "uns Deutschen" gegenüber ganz extrem aufgefallen ist, ist Frankreich. Dort wurde ich schon als Jugendliche im Urlaub wie Abschaum behandelt und wo ich dort auch hinkam weigerte man sich, mein Schulfranzösisch, um das ich mich immer bemühe, zu verstehen - geschweige denn alternativ auf Englisch mit mir zu kommunizieren. In keinem Land der Welt sind mir so viele Menschen derart überheblich, unfreundlich und unkooperativ begegnet. Dabei finde ich das Land so schön...
    LG, Katja

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  12. I know exactly the struggles that one faces living life as an "Ausländer". I have two advantages: I am able to blend in quite easily because it is not obvious that I am a foreigner unless I open my mouth, and fortunately when it is made know that I am a foreigner, I am not discriminated against because I'm an American. I think about those who are immediately looked down upon simply based on skin or hair color. I can imagine that is what life is like for many Turkish and Middle Eastern immigrants here in Germany. I know that even while living in the States, many held extreme prejudices against Hispanics. I found this attitude ironically to be very extreme amongst my black students.

    Might I suggest taking the advice that others give you about working on your accent, and let it roll right off your back. I could no sooner start speaking with a British accent than you could with a Swiss accent. I find it interesting how many people think that they have the best advice on what things you should change and how you should live your life in a foreign country, without ever having experienced it themselves.

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  13. heute sind es die Deutschen, vor gut 40Jahren waren es die Italiener, dass sage ich so weil mein Vater von Italien in die Schweiz kam wegen der Arbeit, damals war die Schweiz froh drum, weil die ja die arbeiten gemacht haben wo die Schweizer nicht so gerne gemacht haben, Strassenarbeit, in Fabriken ect. ich als Kind würde böse Beschimpft.
    Heute gehören sie dazu, ich glaube die Schweizer tun sich immer ein wenig Schwer.

    Ich finde man muss jede Person einzeln sehen, und auch kennen lernen, egal von wo er kommt, nur leider muss ich aber auch sagen das es eben "Ausländer" gibt die das Gefühl uns Schweizer vermitteln in der Aussagen oder eben auch in der Gestrig das wir ohne sie nicht könnten, und das schauen wir eben als Arrogant an, wie lealu schreibt, wir sind ein kleines Land mit 8Mio.Menschen, dass ist wirklich nicht wenige.
    Dan ist natürlich die Sache mit dem Job, wir machen eine Ausbildung, Studieren und finden dan kein Job weil die "anderen" den bekommen!!! Ist natürlich auch frustrierend
    gerade wie in der Sendung gesagt wurde, in Gastronomie und Gesundheitswesen wie eben auch im Kader, kann ich sein das wir Schweizer keine Leute haben.
    Ich finde es gut, wen es ausgewogen ist, denn man lernt ja voneinander, wen man es eben zulässt, und da denke ich müssen schon beide Seiten auf einander zu gehen.
    egal von welchem Land.
    Italiener z.B. haben ein eigener Club gemacht eben vor ca. 40Jahre, dann die Spanier und Portugiesen auch, dass finde ich eben nicht so gut.
    Sie separieren sich, und mischen sich nicht unter das Schweize-Volk und schon wegen der Sprache ( da haben ja die Deutschen viel einfacher ) dan klagen sie das wir Schweizer sie nicht aufnehmen. Da hatte ich viele Diskussionen mit meinem Vater :-)

    es ist ein Geben wie ein nehmen...

    Liebs Grüssli
    Myriam

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  14. Ich bin so eine, eine Schweizerin. Ich bin froh, dass Ausländer bei uns arbeiten. Wer soll sonst diese Arbeit machen? Auf dem Bau, in Krankenhäuser, in Restaurants, etc.? Eben. Obwohl wir ein gutes Bildungssystem haben, wollen die meisten Jungen auf einem Büro arbeiten oder studieren, aber auf keinen Fall handwerklich arbeiten.

    Der Dialekt - wir sprechen halt so, wie uns der Schnabel gewachsen ist, am Liebsten in Mundart. Aber, weisst Du, was mich nervt? Wenn wir (versuchen) Hochdeutsch zu sprechen, dann lacht Ihr uns aus und denkt, wir sprechen Mundart. Dabei geben wir uns wirklich Mühe, damit Ihr uns versteht. Mich nervt, dass bei Reportagen im deutschen TV z.B. über Bayern mit Untertitel übersetzt wird.

    Wir haben Franken und Rappen und nicht Fränkli und Räppli.

    Wenn man bei uns in eine Bäckerei geht, dann sagen wir "Grüezi, ich hätte gerne ein Brot, bitte" und "Danke" und "Auf Wiedersehen", obwohl ich etwas gekauft habe. Und Ihr? Ihr geht rein "Ein Brot bitte", "Tschüss". Verstehst Du den Unterschied?

    Wir warten, reklamieren nicht und sind immer (oder wenigstens meistens) freundlich. Wir haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir um Rabatt fragen (oder wir machens' gar nicht erst). Unsere Meinung sagen wir meistens nicht öffentlich. Und das bewundere ich an Euch. Ihr sagt frei Schnauze, was Euch nicht passt und niemand ist beleidigt. Bei uns spielt man die beleidigte Leberwurst.

    Alle haben etwas eigenständiges. Ich versuche mich in einem fremden Land anzupassen, trage eine Jacke, obwohl mir heiss ist und vorallem, nehme ich jeden Mensch so, wie er ist.

    (PS: Es gibt ein Buch: "Schokolade ist nicht alles." Ich meine, dass es von einer Engländerin, die in der Schweiz wohnt, geschrieben wurde)

    Liebe Grüsse
    Milena

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    1. Und ich möchte eigentlich nur nicht als hochnäsig abgestempelt werden, weil ich "hochdeutsch" spreche (das ist übrigens auch sehr Ansichtssache). Das mache ich nämlich nicht um jemanden herabzuwürdigen, sondern ganz einfach nur weil MEIN Schnabel eben SO gewachsen ist. :-)
      Und es ist kein Problem im Süden "Grüssgott" oder "Grüezi" zu sagen und in Norddeutschland "Moin"... darum geht es nicht, DAS kann man sich sofort aneignen. Ich bedecke in einer Kirche die Schultern und trage in einem Tempel keine kurzen Hosen, das hat mit Respekt zu tun, den habe ich.
      Nur müsste ich mir hier den Schnabel verdrehen, damit ich mich nicht erst einmal durch die Vorurteile kämpfen muss.

      *seufz*
      Aber wie viele hier so richtig schreiben... es ist wohl kein Sprachproblem, sondern ein Menschliches, über Anzutreffendes.

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  15. Wir steckne doch alle in irgendeiner Schublade. Auch innerhalb Österreichs. Die Tiroler sind z.B. stur. Und selbst wir machen noch Unterscheidungen ob Ober- oder Unterland oder welches Tal....
    Ich glaube viele Vorurteile gegenüber den Deutschen, Holländern, Engländern, Franzosen, Italiener usw. kommt daher wie sich manche im Urlaub benehmen. Meist wenn sie einer große Gruppe verreisen. Leider übersehen wir (Österreicher) dann immer, dass eine Gruppe Österreicher dem in nichts nachsteht.
    Es gibt doch so viele Schubladen in denen wir stecken, sei es wegen dem Beruf, dem Familienstand, dem Alter...
    Gott sei Dank revidieren die Meisten ihre Meinung, welche sie durch Vorurteile oder auch den erste Eindruck bekommen, schnell. Und ich habe da auch so meine Erfahrungen gemacht, dass viele schon gesagt haben "Ach du bist ja doch ganz nett". Und alle anderen....

    Was die Sprache angeht, würde ich sicher keinen Dialekt annehmen. Bis auf vielleicht ein paar spezielle Ausdrücke. Klingt ja sowieso nie original und man wird immer als "zuagroaste" erkannt und ausßerdem bin dass dann nicht mehr ich. Und das selbst wenn es sich nur um 30km Distanz handelt ;)

    lieber Gruß von einer sturen Tirolerin
    dh

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  16. ...meine beste Freundin ist Schweizerin und lebt mit Ihrer Familie seit vielen Jahren glücklich und zufrieden in Deutschland... Wir frotzeln sehr gerne über die lustigen Ausdrücke der Schweizer, z.B. gehen die Schweizer überall hin (nicht fahren oder fliegen oder, oder...) und ich wünsche ihr dann immer eine gute & lange Reise...Zufällig kommt sie uns heute besuchen und wir werden bestimmt bei unserem Apero auch über den gestrigen Bericht im ZDF sprechen und darüber sehr schmunzeln. Ich liebe die Schweiz und Österreich und freue mich immer über die schönen Berge und Skihütten:-).

    Viele Grüße von einer sehr gerne Hochdeutsch sprechenden Mettmannerin resp. Rheinländerin, Bianca

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  17. Mein Vater kommt vom Bodensee und in den Ferien sind wir Jahr für Jahr nach Lindau zur Tante gefahren - das war noch in den 70ern und frühen 80ern. Die Lindauer sind die einzigen Bayern am Schwäbischen Meer und leg(t)en sehr großen Wert darauf und kein einziger dort unten sprach Hochdeutsch. Ich, als Bonner Kind hingegen, kann Bönnsch nur so einigermaßen, da es hier als nicht fein gilt, Dialekt zu sprechen - und so bin ich als Fünfjährige sehr stolz zum Bäcker nebenan gegangen und habe (ich war ein wirklich sehr höfliches Kind) gesagt: " Guten Morgen, ich hätte gerne 6 Brötchen."
    Und was sagte die doofe Nuss auf der anderen Seite der Theke: "Dös heißt fei Grüaß Gott und dös sann Semmeln!"
    Ich habe mir die Tränen bis vor die Tür verkniffen und bin ohne Semmeln nach Hause gegangen. Als ich dann 20 Jahre später auf Norderney lebte, musste ich immer an diese Geschichte denken, sobald Süddeutsche oder auch Österreicher mitten in der Nordsee mit "Grüß Gott!" ankamen - das passte ja nun überhaupt nicht nach da oben. Keiner der Insulaner hätte nun erwartet, dass sie von den Touris ein "Moin!" hören - ein allgemeinverbindliches "Guten Tag" wäre das Passende gewesen. Denn darum eigentlich geht es beim Hochdeutschen doch: es ist der Kompromiss aller deutschen Dialekte. Und damit zunächst einmal höflich und nicht überheblich oder arrogant.
    Zu den Österreichern kann ich nicht viel sagen - sie nehmen am Bodensee nicht viel Platz ein ;-) Von den Schweizern haben wir in den 70ern noch sehr oft ein "Chaibe Dütsche" hinterher gezischt worden - in Appenzell war es besonders schlimm. Als ich aber mit Anfang 20 für ein halbes Jahr im Schwarzwald gearbeitet habe, hatte ich viel mit Schweizerinnen zu tun, die lieber nach Deutschland zur Kur gefahren sind, weil es so viel günstiger war. Da standen dann am ersten Tag die (immer sehr netten!!) Schweizer Damen vor einem in der Wanne und fragten ganz langsam und betont, mit leicht nervösem Augenzwinkern: " Verstann Sie Schwyzerdütsch?"
    Was ich in meinen ersten Wochen dort immer verneinte - Hallo? Ich war froh, wenn ich meine badenserisch und allemannisch schwätzenden Kolleginnen verstehen konnte; nun auch noch Schwyzerdütsch?? Aber darauf verstummten die Damen meist. Also wagte ich mich irgendwann mit einem " Etwas vielleicht?" zu antworten. Im Laufe der Zeit ging das sogar ganz gut und fast alle fühlten sich dazu genötigt, mir den Grund zu erklären - und der war immer der Gleiche: wenn sie Hochdeutsch sprächen, müssten sie immer genau überlegen, was als nächstes wie zu sagen ist und das sei gar nicht so leicht. Und dann höre es sich immer noch schwytzerisch an und dazu wäre es dann so langsam, dass alle Hochdeutschen bestimmt meinten, die Schweizer seien dumm und lahm ;-) Was ich gar nicht so recht nachvollziehen konnte, denn für mich klang das einfach nur schön und entspannt :-)

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  18. a; ich muß immer lächeln wenn ich kanake höre....es bedeutet " MENSCH "
    und kommt aus polynesien...
    b; ich bin in friedrichshafen geboren, die absolute unstadt in oberschwaben und ist fast gleichzusetzen mit der hölle
    c, spreche ich ausschließlich hochdeutsch, denn meine vorfahren stammen aus preußen.....;-))
    d; ist es zu allem übel auch noch so das ich "wüschtgläubig " bin, also evangelisch
    e; wohne ich als hochdeutsch sprechende evangelische frau directly neben der katholische kirche in einem dorf das sehr schwäbisch und kreuzkatholisch
    ist...;-))

    und f; genau aus jedem der einzelnen genannten gründe hängt bei mir im garten ein sogenannter " judenstern" als rankhilfe, wedelt die tibetische gebetsflage herum und die muttergottes hab ich eingegraben, quasi als stauden halter....

    wir sind in aller linie menschen.
    darauf kommr es an !

    ich würd mir ein schwarzrotgoldenen gartenzwerg zulegen. ein bißchen ironie
    und sei es zur ganz heimlich für dich in deinem eckchen der schadenfreude in deinem herz...

    manchmal muß man einfach offensiv ironisch werden,
    ein lächeln wird in jeder sprache verstanden.

    grüße

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  19. Wir haben von 2007 bis 2011 in Österreich in einem Bergdorf gelebt. Dort sprechen sie einen sehr eigenen und extremen Dialekt, auch im Vergleich zu anderen Orten in Österreich. Durch die vielen Touristen mußten die Leute "hochdeutsch" reden lernen, was vielen mehr schlecht als recht gelingt. Selbst an der Volks- und Hauptschule, an der ja eigentlich Hochdeutsch gesprochen werden sollte, wird eigentlich nur Dialekt gesprochen, die schriftlichen Arbeiten aber sollen auf Hochdeutsch sein, was durch die mangelnde Übung echt katastrophal ausfällt.
    Wir kamen nicht umhin, den Dialekt zu lernen, abgesehen von Ausdrücken und Worten, die man sich sowieso aneignet. Ich bin nicht so Sprachbegabt, als dass man mir die Deutsche nicht herausgehört hätte, aber durch die andere Wortwahl wurde ich besser verstanden - wenn auch oft belächelt, eben wegen meiner deutschen Aussprache.

    Ich kann dich gut verstehen. Ich denke aber, dass Problem liegt darin, dass wir Menschen und ich meine damit alle - Angst vor dem Fremden haben. Dass ist unberechenbar und darum macht es uns Angst. Und die Vorurteile helfen uns eben dabei, Kategorien zu finden, unsere Angst zu benennen, auch wenn viele wissen, dass es Vorurteile sind, die mit der Realität nicht unbedingt und vorallem nicht mit dem einzelnen und konkreten Gegenüber also mir zu tun haben. Aber darum gibt es sie, damit das Fremde greifbar wird und damit weniger Angst macht. Wer will denn zugeben, dass er Angst vor dem Fremden hat? Sich dadurch auch minderwertig fühlt usw. Dann doch lieber sagen, ich mag dich nicht, weil ihr "so" seid... das kann dann wieder jeder verstehen. Weißt du wie ich meine??

    LG Christina

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  20. Das ist ein Thema, das in unserer Familie immer sehr präsent war. Meine Großeltern waren Kriegsvertriebene mit deutschen Wurzeln. Jahrzehntelang gehörten sie damit in die Kategorie Flüchtling und ich weiß nicht ob sie diesen Status in der Gesellschaft eigentlich jemals abgelegt haben.
    Meine Tante ist voller Freude und Tatendrang in die Schweiz (nach Zürich) zum Arbeiten gezogen und ist nach einiger Zeit wegen der Ablehnung als Deutsche die ihr vielerorts entgegenschlug, wieder nach Deutschland zurückgekehrt.
    Einzig meine Schwester, die nach Neuseeland ausgewandert ist, betrachtet ihre neue Heimat wirklich als Heimat und wurde samt Familie von den angestammten Einwohnern ;-) nicht als Fremde betrachtet, sondern mit offenen Armen empfangen.....

    Ich habe aus diesen Erfahrungen die Lehre gezogen, die Schubladen geschlossen zu halten und immer noch mindestens einen zweiten Blick auf die Menschen zu werfen ;-)....

    Liebe Grüße, Sandra

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  21. Leider trifft man in jedem Land auf diese Vorurteile und Klischees.
    Auch hier in Deutschland haben es die "Ausländer", die eigentlich keine sind, nicht leicht. Hast Du dunklere Hautfarbe oder hört man einen Akzent, schon schauen einige "schief".

    Ich habe leider auch sehr schlechte Erfahrungen mit meinen Landsmännern & frauen gemacht. Ich bin in Polen geboren, lebe aber schon seit fast 20 Jahren in Deutschland. Ich bin zwar stolz auf meine Herkunft, aber Deutschland ist meine Heimat. Ich fahre schon seit langer Zeit so ungerne nach Polen, weil mir dort die Menschen zu intolerant und rassistisch sind - das glaubt man nicht! Ich wurde schon als "deutsches Schwein" beschimpft, weil ich polnisch mit deutschem Akzent spreche ... ich dachte mir nur "gehts noch?".

    LG, Anna

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  22. Ich wohne zwar nicht im Ausland,sondern nur in Deutschland...aber auch da wird man öfters wie ein Ausländer behandelt,wenn man den falschen Dialekt hat!Ich komme ursprünglich aus den neuen Bundesländern(Sachsen) und da hat man es hier in den alten Bundesländern mitunter auch nicht leicht!Negative Erfahrungen haben wir schon genug sammeln können und ich bekam öfters schon an den Kopf geknallt-Ich solle doch dahin wieder zurückgehen,wo ich her komme und der Mauerfall war ein großer Fehler!Sehr nett nicht!!!??
    Besonders hier in dem arroganten Hamburg....Manchmal kann man nur noch den Kopfschütteln!Ich würde lieber heute als morgen von hier wegziehen...

    Ich hasse soetwas,den meine Familie ist offen gegenüber anderen Ländern und Kulturen und wir haben schon einige Gastkinder betreut.Auch meine große Tochter war schon öfters weltweit unterwegs und wurde immer offen und herzlich empfangen.
    LG Steffi

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  23. Liebe Smila,
    hmmm Dein Post stimmt mich gerade etwas nachdenklich. Ich bin schweizerin,nicht mit Leib und Seele. Die ausländerpolitik ist bei uns manchmal zum Haare raufen. Aber eigentlich will ich Dir nur sagen- bleib deutsch, blei bei Deiner Sprache und sei wie Du bist. Ich mag die deutschen Menschen sehr und weiss dass in der Schweiz oft schlecht gesprochen wird über die deutsche Mentalität. Ich verstehe nicht wieso und denke manchmal dass das nur neid ist.
    Also ich bin ein absoluter Deutschlandfan:-) Land wie Leute mag ich sehr!!!!
    Herzliche Grüsse
    Meret

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  24. Ja es ist sehr schade. Aber leider wird die Welt von Vorurteilen beherrscht! Wenn man nicht direkt betroffen ist dann macht man sich da gar keinen Kopf drum. Betrachte man nur die "tollen" Bezeichnungen für jede Nationalität: Schluchtenscheißer, Ölauge, Kanisterköpfe und und und ! Schade das wir uns von Vorurteieln oft so blenden lassen. Wir Menschen sollten mal darüber nachdenken was für tolle Bekanntschaften oder vielleicht sogar Freundschaften uns dabei durch die Lappen gehen. Halt die Ohren steif! Und ganz lieben Gruß Conny

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  25. Vielleicht sind nicht die Deutschen schuld, sondern wir Österreicher. Gar nicht mit böser Absicht. Aber mir ist aufgefallen, dass die meisten sehr vorsichtig sind, allem Fremden gegenüber.
    Es stimmt schon, ihr Deutschen seid überall und manchmal ist es komisch, wenn mich die Kassiererin fragt, ob ich eine "Tüte" will ... statt einem "Sackerl" oder den "Kassenbon" ... statt dem "Zetterl"
    Aber wir Österreicher brauchen eine Weile, bis wir "warm" werden. Wirst sehen! Versprochen... das wird schon noch.

    Schöne Grüße aus Oberösterreich
    Regina

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  26. Hallo,
    dazu habe ich eine lustiges Erlebnis zu berichten.
    In meiner Familie wurde sehr viel Wert darauf gelegt, niemanden wegen seiner Herkunft zu verurteilen (hat auch einen geschichtlichen Hintergrund).
    Ehrlich gesagt bin ich bis heute froh darüber, denn so bin ich offen für jeglichen Kulturkeis. Nach dem 1. Weltkrieg ist ein Teil meiner Familie in die Niederlande ausgewandert und ich liebe das Land und die Leute.

    Nun ja lange Rede kurzer Sinn.
    Wir wohnen in einem Haus, welches gegenüber eines Multikulit Wohnblocks steht. Insgesamt sind sämtliche Nationalitäten vertreten, vorwiegend aber Russen. Zur letzten WM wollte ich wegen meiner Liebe zu Holland eine holländische Fahne für mein Auto ....... aber es war keine mehr zu bekommen. 2 Tage vor der WM kam dann mein Mann ganz stolz mit 2 "holländische" Fahne an. Ich meinte nur "also irgendwie sieht die Fahne aber komische aus." Mein Mann nur "boar was du wieder hast, freu dich doch." mhhh plötzlich wurden wir von den Nachbarn gegenüber freundlich gegrüßt, sogar unsere Pakete wurden angenommen.
    Die WM lief 1 Woche da fragte ein Nachbar "sag mal, wieso hast du eigentlich die russische Fahne an deinem Auto."

    Ich wusste nun, warum die Fahne so komisch aussah und wir wussten auf einmal, warum wir so freundlich von gegenüber gegrüßt wurden und immer noch werden ;-). Nur unsere Pakete werden nicht mehr angenommen *gggg*.

    LG Brit

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  27. @ all

    Vielen, vielen Dank für eure Meinungen und Geschichten. Ich bin ziemlich überrascht, dass so viele dazu etwas geschrieben haben.

    Liebe Grüße, Smila

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  28. Ein paar wirklich geniale Ausdrücke hab ich in meiner Tiroler Zeit schon mitgenommen und verwende sie (immer noch!) ganz selbstversändlich ohne das Gefühl der Anbiederung zu haben.
    "Händisch" da kenne ich keinen guten hochdeutschen Ausdruck dafür. Oder der "Hausverstand".
    Du wirst sehen, auch bei dir schleicht sich da mit der Zeit was ein, ohne dass du dich verbiegen musst.

    Verlangst du beim Metzger schon Deka oder bist du noch bei den Grammangaben?
    :)

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    1. :-) Ich MUSS Deka sagen, denn meine Tochter motzt sonst. Aber wie du sicher weißt: hier gibt Wienerle und keine Frankfurter. ;-) Ebenso sagt man Sahne und nicht Obers. Und hier gibt es keinen Tüten aber auch keine Sackerl, sondern Säckle. Und wenn du das erste Mal mit "Heil" begrüßt wirst, denkst du du hast dich verhört. ;-) Nein, das meine ich nicht. Da bin ich anpassungsfähig. Aber an dem wie ich Säckle sage, hört jeder sofort, dass ich nicht von hier bin. etc. etc.

      Ich hoffe, dass rüber gekommen ist, dass ich es hier wirklich schön finde, mich wohl fühle und es im direkten Kontakt keinerlei Probleme gibt... ;-)

      Liebe Grüße, Smila

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  29. Auch mich regt dieser Post zum Nachdenken an, Smila.
    Ich schau schon seit einiger Zeit auf deinem BLog zu...jetzt möchte ich mal etwas beitragen.
    Zum einen hat meine Gehirn irgendwie die Fähigkeit, das gehörte zu adaptieren, ich "dialekte" ganz automatisch nach einer Zeit, ohne es zu steuern, wenn ich mit anderen rede. Wäre schade, wenn jemand mir das übel nehmen würe, ich kann das einfach nicht steurn.
    Nie gab es soviel "Kommunikation" wie in unserer Zeit! Und doch, empfinde ich, beschränkt sie sich aufs einseitige "Reden", das "Zuhören" scheinen viele der Menschen, meiner Meinung nach, aber vergessen zu haben, lernen es nicht von den Eltern, die keine Zeit mehr haben, und das "Reden" ist oft nur "über andere", nicht "mit anderen" und nicht "über sich", dabei meine ich nicht über mein Haus, mein Auto, sondern "über meine Gefühle".
    Auch ich finde es mutig, und gut, dass du,Smila, einmal hier darüber geredet hast. Verbieg dich nicht, das nutzt nichts, sondern werde stolz darauf, DU zu sein, und wenn jemand komisch reagiert, dann rede mit ihm, vieleicht drüber wie du dich fühlst."Jaja, an meiner Aussprache hört man, dass ich nicht von hier komme, nicht wahr? Aber was soll's." Und dann erzähl von dir, Smila, denn du bist nicht die Deutsche, sondern die Smila aus Deutschland.
    Danke für den Austausch mit Euch, so ist hier wieder eine handvoll Menschen mehr, die behutsamer damit umgehen wird. Wie toll Kommunikation sein kann!!!

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  30. Das Thema beschäftigt uns schon seit unserer Geburt. Als das Krankenhaus voll war vor Besuchern, die mal sehen wollten, wie so ein Kind wohl aussieht. Eigentlich fing es schon vorher an, als die Nachbarn ohne Scheu die Fenster öffneten um die multikulturelle Hochzeitsgesellschaft zu beglotzen, die da in die Kirche ging.
    Vielleicht sind wir einfach schon zu abgebrüht. Bayrisch zu sprechen, bloß weil da geboren und aufgewachsen käme uns nicht in den Sinn. Als Exoten fühlen wir uns nicht und ob unsere Umgebung das anders sieht haben wir uns schon lange nicht mehr gefragt. Es hat auch seine guten Seiten manches anders machen zu können.

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  31. Was meinst du, was hier an der Schweizer Grenze los ist........(Basel)....
    Die Deutschen ("Sauschwoobe") sind so was von verhasst in der Schweiz, andererseits findet man hier samstags keinen Parklpatz mehr vor den deutschen Supermärkten, weils so schön billig ist, und die Mehrwertsteuer zurückerstattet wird....
    Es ist wie verhext......wo bleibt die Toleranz????
    Wir fahren jedes Jahr in die Schweiz in den Urlaub.....ich mag die Schweiz!!!!!

    Bleib autentisch!
    LG Claudi

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    1. *lach* Das mit dem Einkaufen ist hier genauso. ;-) Wie gesagt, die Schweizer Grenze ist 2km entfernt.

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  32. Ich lad dich & alle die mögen ganz herzlich in die Stadt ein, in der die Umfrage von ZDF gemacht wurde und zeige dir, dass es auch ganz viele andere Menschen gibt, die nicht so über die Deutschen denken & sprechen, dann machen wir einen Schulbesuch, bei dem ihr alles versteht, denn es wird Hochdeutsch unterrichtet und zum Schluss schmunzeln wir gemeinsam über all die lustigen Wörter, die es in all den verschiedenen Regionen - Ländern für ein und dieselbe Sache gibt.
    Liebgruss, mimi
    P.S. Ich bin mir bewusst, dass momentan aus "gewissen Reihen" in der Schweiz gegen all die Ausländer geschossen wird, aber das ist nicht nur gegen Deutschen sondern in alle Richtungen und noch viel wichtiger, viele Schweizer unterstützen das gar nicht.

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    1. Liebe Mimi! Ich weiß doch, dass nicht alle Schweizer oder Österreicher oder Deutsche etc.etc. diese Vorurteile haben. (Die besten Freunde meiner Eltern seit über 40 Jahre zeitweise über Kontinente hinweg sind Züricher.) Und ich habe kein Problem mich anzustrengen einen Dialekt zu verstehen. Ich möchte nur nicht allein wegen meiner Aussprache in einer so doofen Schublade sein.

      Vor wenigen Tage wollte ich Wiener Schnitzel machen, weil meine Familie sich das gewünscht hat. Und da ich nicht wusste welche Beilage ich dazu machen sollte, habe ich gegoogelt und bin auf verschiedenen Kochseiten gewesen. Und was finde ich: "Ihr scheiss Deutschen, woher wollt ihr denn wissen wie ein RICHTIGES Wiener Schnitzel geht!" In diesem Ton mehrere Diskussionen in verschiedenen Koch-Foren. "Entlarvt" wurden die angeblichen deutschen Schreiber an Worten, wie Sahne statt Obers und so.

      *schluck*

      Liebe Grüße, Smila

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  33. Ach, du wohnst wohl in meiner Nähe, ich wohne in der Schweiz, gleich an der österreichischen Grenze und am Bodensee.

    Das Thema, das du ansprichst, ist ein unendliches, das zeigen schon die vielen unterschiedlichen Kommentare hier.
    Ich habe einen deutschen Pass, man "erkennt" mich aber nicht als Deutsche, da ich hier geboren und aufgewachsen bin. Wenn ich mich "oute", kommen gerne mal blöde Sprüche, man merkt schon, dass eine gewisse "Deutschenfeindlichkeit" da ist, mir fällt das oft auf. Keine Ahnung, ob das schon immer so war, oder ob es in den letzten Jahren zugenommen hat. Ich bin von der Ausländerpolitik der Schweiz alles andere als begeistert, aber wie lealu weiter oben schreibt, sind über 20% Ausländeranteil in so einem kleinen Land ziemlich viel. Im Grossen und Ganzen funktioniert das Zusammenleben trotzdem nicht so schlecht.

    Zum Thema Dialekt/Hochdeutsch: Ich finde es schön, wenn Deutsche, die schon jahrelang hier leben, gewisse Ausdrücke im hiesigen Dialekt annehmen. Dass sie nach 2 Jahren perfekt Schwiizerdütsch sprechen, erwartet doch keiner, aber wenn sie mit einem "Grüezi" begrüssen, finde ich das sehr sympathisch :-)

    Letztendlich sind der gegenseitige Respekt und Toleranz doch das Wichtigste im alltäglichen Miteinander!

    Liebe Grüsse

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  34. huhu

    ganz ehrlich? das liegt an Vorarlberg, ohne mich unbeliebt zu machen ;-)
    ich bin Wienerin und mit einem Vorarlberger verheiratet, und ich spreche hochdeutsch und nicht im wiener Dialekt (so wie es viele von meinen deutschen Freundinnen von mir angenommen haben - auch ein Klischee)

    ich werde auch nicht gerade akzeptiert wenn wir mal auf urlaub da sind, weil ich die "Wienerin" bin, und bääääää,die Vorarlberger können Wien nun so gar nicht leiden
    und ich sehe es wie du, ich werde den Dialekt mit Sicherheit nicht sprechen, weil ich nicht einsehe, mich anzupassen, ich will nur akzeptiert werden, mehr nicht

    kränk dich nicht, in Wien würde es dir anders gehen, vor allem die junge generation ist sehr aufgeschlossen und stört sich schon lange nicht mehr am deutsch-deutsch, im Gegenteil ;-)

    liebe grüße ins Ländle
    michaela

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  35. Hier veröffentliche ich den Kommentar von Nathalie.
    ***
    Liebe Smila,

    Du sprichst mir aus der Seele! Ich bin selber zweisprachig (französisch/deutsch) aufgewachsen, in einem kleinen bayrischen Dorf als "zugroaste" ... Jetzt wohne ich hier in der Schweiz, die 2 km entfernt von Dir (unsere Männer arbeiten für den selben Verein) Genau wie Du spreche ich perfekt hochdeutsch, sprich total einschüchternd, oberlehrerhaft, arrogant ... Im Kontakt mir Schweizern/Oestereichern versuche ich sprachlich zu "schludern" um eben nicht so zu wirken, eigentlich bescheuert, oder?
    Und ja, ich zucke immer noch, wenn ich mit "Heile" begrüßt werde und kann`s auch selber nicht rausbringen.
    In acht Wochen ziehen wir, zumindest für die nächsten drei Jahre, in ein "ausländerfreundliches" Land und ich freu mich riesig auf die (oberflächlichen) freundlichen Menschen dort, auch wenn ich hier viele Freunde und nette Menschen zurücklasse.

    Dialektfreie Grüße
    Nathalie.

    Konnte bei den Kommentaren nicht posten, da anonym..
    ***

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