Dienstag, 10. März 2015

Menschenwürde ist altersabhängig.... :(

Habt ihr schon mal überlegt, was ihr macht, wenn eure Mama oder euer Papa alt wird und dabei so krank oder hilfsbedürftig, dass sie oder er nicht mehr alleine leben kann? Habt ihr einen Platz dafür in eurem Haus oder eurer Wohnung? Was wenn nicht? Was wenn ihr eure Eltern gar nicht pflegen könnt? Was wenn ihr weit weg wohnt und ihr nicht einfach umziehen könnt? Was, wenn sie so pflegebedürftig werden, dass sie geschultes Personal dafür brauchen? 

Und habt ihr schon mal überlegt, wie ihr selbst alt werden möchtet? 

Habt ihr schon einmal ein Pflegeheim von innen gesehen? Schon mal gesehen WAS für ein Leben dort gelebt wird? Das einzige was die Heime unterscheidet ist: manche haben eine nettere Architektur als andere. Ansonsten sind sie alle richtig schrecklich. Die nettere Architektur hilft einem hilflosen Menschen nicht aufs Klo, wenn keiner da ist. Gibt einem nicht zu trinken, wenn man Durst hat.

Das können nur Helfer, Menschen, die sich um einen kümmern. 
Und darum geht es in dieser Petition.

Ich zitiere von der AVAAZ.org  Seite:

An Gesundheitsminister Hermann Gröhe und den Beauftragten der Bundesregierung für Patienten und Pflege, Karl-Josef Laumann:

Wir fordern Sie auf, ein menschenwürdiges Altern gesetzlich sicherzustellten. Ermöglichen Sie dafür zügig mehr Pflegefachpersonal, eine höhere Entlohung sowie staatlich unterstützte Aus- und Fortbildungswege, die sich parallel zur Arbeit wahrnehmen lassen -- so machen Sie das Berufsbild attraktiver. Führen Sie außerdem den erweiterten Pflegebedürftigkeitsbegriff noch vor 2017 ein, damit Pflegebedürftige als Menschen wahrgenommen werden, die auch ein soziales Miteinander brauchen. Setzen Sie sich für transparente, am Wohl der Menschen orientierte Kontrollmechanismen, Pflegekammern und bessere staatliche Absicherung von pflegenden Angehörigen ein, damit diese nicht in Armut abrutschen.
Bitte zeichnet diese Petition jetzt! HIER. Es geht ganz schnell: klicken, E-Mailadresse eintragen und fertig.

Einen Beitrag des ZDF kann man hier sehen.



Kommentare:

  1. Oh, über dieses Thema habe ich schon sehr oft nachgedacht! Vor allem weil unsere Tochter im Rahmen einer ihrer Ausbildungen eine ganze Weile in einem Pflegeheim gearbeitet hat und uns die dort herrschenden Verhältnisse ehrlich und ungeschönt schildern konnte ... Was mich selber anbelangt hoffe ich nicht nur, dass ich möglichst lange gesund bleibe und tue hierfür auch mein Möglichstes. Meine Eltern sind glücklicherweise noch mehr als rüstig und fit, denn wie ich mit einer anderen Situation umgehen würde, kann ich heute keinesfalls klar definieren. Nicht nur von dem her Daumen hoch für die Petition und es spricht für Dich, dass Du hierüber berichtest.
    Liebe Grüße von Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Leider weiß man nicht, was das Schicksal für einen bereit hält.
      Mein Vater, der sein Leben lang Sport getrieben hat, der nie übergewichtig war und gesund gelebt hat, geistig völlig fit und sehr vital war, ist Weihnachten mit 72 ganz plötzlich gestorben. Seine Eltern wurden 88 und 96 Jahre alt.
      Zurück blieb meine Mutter, die durch eine sehr seltene, kaum erforschte, sich beständig verschlimmernde Krankheit auf Pflege angewiesen ist.
      Man weiß einfach nicht, was sein wird. Und oft kommt es ganz anders als erwartet.
      Liebe Grüße, Smila

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  2. Liebe Sabine,

    ich habe vor zwei Jahren nach über 10 Jahren als examinierte Altenpflegerin das Handtuch geschmissen. Ich war, wie eben auch die nette Architektur, sehr oft nicht in der Lage, Hilfebedürftigen ein Getränk zu reichen, wenn sie durstig waren, oder ihnen aufs Klo zu helfen, wenn sie dort hin mussten. Das ganze Thema ist so was von schauderlich und ich hoffehoffehoffe ganz fest, dass sich diesbezüglich endlich mal was tut. Aber ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich sehr froh bin, den Weg raus gefunden zu haben. Es ist tagein tagaus einfach nicht auszuhalten, all das, was man als Pflegekraft macht, machen muss oder nicht machen kann, weil hinten und vorne Zeit, Personal und letztendlich auch die Kraft fehlen.

    Liebe Grüße,
    Marina

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    1. Ich verstehe das so gut. Und es MUSS sich etwas ändern.
      Liebe Grüße, Smila

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  3. Ich bin ja selbst in der Pflege beschäftigt. Nicht Alten-, sondern Krankenpflege. Die Unterstüzung von der breiten Bevölkerung ist so wichtig. Deshalb Danke für den Hinweis auf die Petition. Allerdings bin ich vom Wirken des Herrn Größe bisher mehr als enttäuscht. Leider kam da bisher nur heiße Luft. Die so hoch angepriesenen Assistenzkräfte ersetzten leider keine examinierte Kraft. Mit "Pflege am Boden" haben wir ja deutschlandweit schon auf die Mißstände in der Pflege aufmerksam gemacht. Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es einen großen Teil der Bevölkerung gar nicht interessiert, weil sie (noch) nicht betroffen sind und nicht wissen wie die Wirklichkeit im Pflegefall aussieht. Ich darf mich jetzt hier nicht in Rage reden.... deshalb einfach noch mal: Danke!
    LG Andrea

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    1. Ja, man verdrängt den Gedanken an die eigene Endlichkeit. :( Hätte hier als Überschrift: "gegen Tierversuche" gestanden, wäre sicher schon viel mehr Stimmen zusammen gekommen. Nicht falsch verstehen, ich finde Tierschutz auch wichtig, aber Menschenschutz eben auch.
      Liebe Grüße, Smila

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    2. Ja, leider hast Du da Recht. Das Thema ist so wichtig, aber wenig populär. Neulich fand in der Hannoverschen Innenstadt eine Kundgebung bezüglich Tierversuchen statt.... wenn ich die Teilnehmeranzahl daran, im Verhältnis zu den Kundgebungen der Gemeinschaft "Pflege am Boden" sehe.... aber ich denke die Pflegenden selbst sind auch ein Stück weit dafür verantwortlich, dass sich das ändert. Die Stimmen der Pflegenden sind noch zu leise und Pflegende zu duldsam.

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  4. Sabine, hast du dir schon mal überlegt, deine Mutter zu dir nach Vorarlberg in eine dieser gemischten Wohngruppen zu tun? Zumindest mittelfristig?
    Die Verhältnisse in den Heimen (in die ich durch meine Angelika Einblick habe) sind um einiges besser als das was in Deutschland üblich ist. Die Pflegerinnen werden schon in der Einarbeitung durch Landesstiftungen unterstützt und sind sehr motiviert.


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    1. Wir haben schon alles Mögliche hin und her überlegt. Aber meine beiden Schwestern wohnen ja bei meiner Mutter... deswegen kommt so eine Lösung nicht infrage.
      Wir stehen bei zwei betreuten Alters-WGs auf der Warteliste bzw. die eine wird im Mai erst eröffnet, da könnten wir einen Platz bekommen. Das ist unser Lichtblick am Horizont.
      Diese Konzepte sind sooo viel besser als die Pflegeheime, schon alleine weil der Betreuungsschlüssel ein ganz anderer ist.
      Drückt uns die Daumen!

      Liebe Grüße, Smila

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  5. Das Thema ist in meinem Familien- und Freundeskreis momentan auch ganz groß. Bei uns ist es eher so, dass die Großeltern alle langsam pflegebedürftig werden. Ich habe durch mehrere Praktika und Ferienjobs schon einige Erfahrung in der Pflege gesammelt und weiß wie es in vielen Altenheimen zu geht. Da will man dann natürlich nicht, dass seine geliebte Oma in so einer Anstalt verkümmert. Aber auf der anderen Seite sehe ich momentan auch wie entfernte Verwandte bei ihnen zuhause verwahrlosen, weil der Vormund überfordert ist und nichts unternimmt.
    Ich finde das ganze ist wirklich eine sehr schwere Angelegenheit und wird von der Politik völlig ignoriert. Schön dass du hier auf die Petition aufmerksam gemacht hast!

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  6. ...schon erledigt. Danke für´s "daraufhinweisen".
    Meine Tochter macht gerade ein FSJ und da bekommt man doch so einiges mit und auch ich finde es erschreckend wie mit den Menschen umgegangen wird aber auch, dass die Arbeit des Pflegepersonals so wenig gewürdigt wird. Es ist echt traurig, dass der Staat für alles Geld hat, aber nicht für diejenigen, die jahrelang in die Rentekasse eingezahlt und Steuern bezahlt haben.

    Lg. Claudi

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  7. Vielen Dank für den Hinweis auf die Petition.

    Ich selbst habe noch Großeltern. Mein Opa mit 85 lebt seit dem Tod meiner Oma im letztem Jahr weiterhin in seinem Haus. Die letzten 10 Jahre hat er in Eigenregie meine Oma zu Hause gepflegt. Mit Hilfe eines Pflegdienstes (ich könnte da Geschichten erzählen) und mit ein wenig Unterstützung von uns.
    Er macht das trotz seines Alters noch alles ganz toll und vor allem bis auf wenige Kleinigkeiten alleine, obwohl man von Monat zu Monat merkt, dass die Kräfte weniger werden. Aber mehr Hilfe, dass läßt sein Stolz nicht zu. Ich hoffe, dass er noch lange genug fit bleibt und nicht irgendwann in einem Pflegeheim unterkommen muss. Das wäre, glaube ich, sein Ende.
    Schade, dass die Politik nicht intensiver auf das Thema eingeht.

    liebe Grüße
    Alex

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